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12.05.2016

Wir sind TOP!Ausbilder.


Der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (bdv) startet die Ausbildungsinitiative „besser bilden!“. Unter diesem Motto ruft der Verband alle Ausbildungsbetriebe und Branchenverbände der Veranstaltungswirtschaft, aber auch die Berufsschulen dazu auf, sich nachhaltig für die Verbesserung der aktuellen Ausbildungssituation im Lehrberuf „Veranstaltungskaufmann/kauffrau“ einzusetzen.

„Sowohl die betriebliche als auch die schulische Ausbildungsqualität hat sich seit Einführung des vom bdv Anfang des vergangenen Jahrzehnts initiierten Lehrberufs leider nicht erwartungsgemäß entwickelt“, stellt Prof. Jens Michow, Präsident des bdv, fest. Während in den Berufsschulen viele Lehrer über nur wenige Grundkenntnisse der Veranstaltungspraxis verfügten, würden in zahlreichen Betrieben Auszubildende lediglich als günstige Arbeitskräfte eingesetzt. „Wir müssen dringend etwas unternehmen, um sicherzustellen, dass der Ausbildungsabschluss in der Praxis nicht seine Wertschätzung verliert“, sagt Michow. „Wir haben mit der Schaffung einer branchenspezifischen Ausbildung die Zukunftssicherung sowohl des Wirtschaftszweiges als auch seiner Beschäftigten bezweckt. Dieses Ziel erscheint uns unter den gegebenen Umständen gefährdet zu sein.“

Um die Situation zu verbessern, bietet der Veranstalterverband, dessen Mitgliedsunternehmen – Veranstaltungsfirmen, Konzertagenten, Künstlermanager und Eventagenturen – zum  Kernarbeitsfeld des Berufsbildes zählen, sowohl den ausbildenden Unternehmen als auch den Schulen ein „Soforthilfepaket“ und einen Leistungskatalog an:?

Vermittlung von Vorträgen von Branchenexperten

Eine qualifizierte Ausbildung im Veranstaltungsbereich setzt voraus, dass das Lehrpersonal zumindest über rudimentäre Kenntnisse der Veranstaltungspraxis verfügt. Sofern Schulen für die Vermittlung von im Lehrplan vorgeschriebenen Branchenkenntnissen oder komplexeren rechtlichen Rahmenbedingungen Unterstützung suchen, vermittelt der bdv kostenlose Expertenvorträge sowohl für das Kollegium als auch für die Auszubildenden.?

Einblick in die Praxis

Die erfolgreiche Vermittlung von Lerninhalten setzt voraus, dass der Lehrende auch den späteren Wirkungsbereich seiner Schüler kennt: Berufsschullehrern, die einen Einblick in die Veranstaltungspraxis erhalten möchten, vermittelt der bdv bundesweit Möglichkeiten zur Teilnahme an Veranstaltungen und zum Besuch von Unternehmen zum Kennenlernen betrieblicher Abläufe.?

Ausbildung auf breitere Füße stellen

Nicht jeder Veranstaltungsbetrieb ist imstande, alle im Ausbildungsrahmenplan vorgeschriebenen Inhalte – wie z. B. Buchhaltung, Veranstaltungstechnik etc. – aus eigener Kraft zu vermitteln. Solchen Betrieben empfiehlt der bdv, ihren Auszubildenden Praktika in Unternehmen bzw. bei Geschäftspartnern zu ermöglichen, die diese Lücken mit ihrem Geschäftsbereich schließen können. Der bdv ist gerne bei der Vermittlung behilflich.?

bdv-Task Force für Problemfälle

Der bdv hat eine „Task Force“ eingerichtet, die bei ihr mitgeteilten Ausbildungsproblemen oder Defiziten vermittelnd zwischen den Auszubildenden einerseits und der Berufsschule oder dem Ausbildungsbetrieb andererseits tätig wird.?

Lehrstellenvermittlung

Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage zwischen Unternehmen, die Ausbildungsplätze anbieten, gegenüber Ausbildungsanwärtern, die einen Ausbildungsbetrieb suchen, hat sich in den vergangenen 15 Jahren nahezu umgekehrt. So gibt es heute weitaus weniger Ausbildungsplatzsuchende als Ausbildungsplatzanbieter. Der bdv bietet daher auf seiner Website unterwww.bdv-online.com/jobboerse eine Lehrstellenvermittlung an, die beiden Parteien die Suche und das gegenseitige Finden erleichtern soll.?

Evaluation der Ausbildung

Der Verband wird kurzfristig beim Bundesinstitut für Berufsbildung eine Evaluation des Ausbildungsrahmenplanes anregen. Die nunmehr 15 Jahre alte Ausbildungsverordnung, der Lehrplan sowie der Ausbildungsrahmenplan bedürfen aus Sicht des Verbandes dringend einer Überarbeitung. Für Anregungen, was bei dieser Evaluation berücksichtigt werde sollte, ist der bdv dankbar.

Ausbilder erklären sich solidarisch

Bei der Qualität der Ausbildung muss auch in der beruflichen Praxis die sprichwörtliche „Spreu vom Weizen“ getrennt werden: Für Ausbildungsbetriebe hat der Verband nebenstehend eine Solidaritätsplattform eingerichtet. Wir bitten alle Unternehmen, die die Ziele dieser Initiative unterstützen, sich dort einzutragen und damit zu bestätigen, dass sie

  • die Zielsetzungen und Forderungen der Initiative mittragen;
  • die Anforderungen des Ausbildungsrahmenplanes (siehe bdv-Website-Rubrik ‚Ausbildung/Fortbildung‘) kennen und umsetzen;
  • über fachkundiges und hinreichend qualifiziertes Ausbildungspersonal verfügen;
  • ihre Auszubildenden zu eigenverantwortlichem Arbeiten anleiten
  • und ihnen einen möglichst breiten und tiefen Einblick in alle relevanten Arbeitsfelder bieten.

Unternehmen, die auf diese Art und Weise das Projekt „besser bilden!“ unterstützen, erhalten vom bdv ein „bdv-Qualitätssiegel“.

 

Text: www.bdv-online.com/besserbilden